Einst ein wichtiges Handelszentrum. Heute ein Zentrum der Kunst und eine malerische Touristenstadt. Am Ufer der Weichsel gelegen und von Lössschluchten umgeben, bietet Kazimierz Dolny nicht nur historische Architektur, sondern auch eine wunderschöne und einzigartige Natur.
Die Geschichte von Kazimierz Dolny reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, die Zeit der größten Blüte fiel jedoch auf das 16. und den Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Stadt lag an einer wichtigen Handelsroute und der Getreidehandel ermöglichte es den ortsansässigen Kaufleuten, große Reichtümer anzuhäufen.
Im 14. Jahrhundert ließen sich die ersten Juden in Kazimierz Dolny nieder, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert etwa die Hälfte der lokalen Bevölkerung stellten.
Im Jahr 1657 wurde die Stadt von schwedischen Truppen eingenommen. Spätere Kriege, Brände, Plünderungen und eine Pest zerstörten Kazimierz Dolny vollständig. Die Stadt hat ihre frühere Pracht nie wiedererlangt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Kazimierz Dolny zum beliebten Ort für Professoren und Studenten der Kunsthochschulen. Auch der Tourismus begann sich zu entwickeln.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die jüdische Gemeinde ermordet und die Stadt schwer zerstört. Nach dem Krieg wurde sie wiederaufgebaut und hat ihren renaissancezeitlichen Stadtgrundriss und ihr historisches Erscheinungsbild weitgehend bewahrt. Bis heute ist Kazimierz Dolny ein Zentrum der Kunst und ein sehr beliebtes Touristenziel. Das obige Foto habe ich um 8 Uhr morgens gemacht, das untere im März, als es noch recht kalt war. An schönen Sommerwochenenden ist die Stadt tagsüber voller Touristen.
Ich bin kein großer Fan von Architektur und Sehenswürdigkeiten, aber Kazimierz Dolny hat etwas Besonderes an sich. Etwas, das mich einmal dazu brachte, dort zu übernachten und früh aufzustehen, nur um durch die noch ruhigen und leeren Gassen zu spazieren.
Eine der Sehenswürdigkeiten, die man in Kazimierz Dolny neben den historischen Gebäuden und der Kirche unbedingt besuchen sollte, ist die Burg aus dem 14. Jahrhundert.
Ich empfehle auch, auf die Góra Trzech Krzyży (Berg der Drei Kreuze) zu gehen – das ist der ideale Ort für den Sonnenuntergang.
Und das Allerbeste – die Lössschluchten. Die Umgebung von Kazimierz Dolny ist das größte Vorkommen von Lössschluchten in Europa. Der wohl schönste davon liegt nur ca. 2 km vom Städtchen entfernt. Der Korzeniowy Dół – mein absoluter Lieblingsort.
Du erreichst ihn, indem du dem blauen Wanderweg von Kazimierz Dolny aus folgst. Du findest ihn auch auf Google Maps unter dem Namen „Korzeniowy Dół“.
Es ist kein langer Schlucht (nur ca. 500 m), aber wohin man auch schaut – es ist wunderschön. Mehrere Meter hohe Wände, orange-gelbe Erde und Bäume, bei denen man sich fragt, wie sie dort überhaupt halten können. Magisch!
In der Nähe gibt es auch die Schlucht „Norowy Dół“, aber diese ist nicht so beeindruckend. Es lohnt sich, mehr Zeit im Korzeniowy Dół zu verbringen.
Kazimierz Dolny mit dem Fahrrad
Nach Kazimierz Dolny kommt man mit dem Auto in ca. 2 Stunden aus Warschau und in 1 Stunde aus Lublin, oder mit dem Bus. Ich empfehle jedoch eine Radtour :) In der Umgebung gibt es noch viele weitere interessante Orte. Wenn du Mountainbiken magst, werden dich die Lössschluchten im Landschaftspark Kazimierz sicher begeistern. Bahnhöfe, an denen man die Tour beginnen oder beenden kann, gibt es in Puławy, Dęblin und Nałęczów. Eine schöne Radtour kann man auch von Lublin aus machen. Mehr dazu im nächsten Artikel.


























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