Anfang September verbrachten meine Freundin und ich ein paar Tage in der Slowakei und absolvierten die schwierigsten Wanderwege. Erster Punkt unserer Tour war der Weißseespitze (Jahňací štít) – 2229 m.
Die Belaer Tatry (Belianske Tatry / Weiße Tatra) sind ein Gebirgszug in den östlichen Tatra. Der Großteil des Gebietes steht unter Schutz und nur wenige Wege sind für Touristen zugänglich, darunter der rote Weg von Ždiar auf die Kopské sedlo (Kopapass).
Wir starteten unsere Wanderung daher in Ždiar, einem ruhigen Dorf mit traditioneller Architektur.
Das Dorf liegt in der Nähe der polnischen Grenze, ohne Auto ist es jedoch nicht einfach dorthin zu gelangen. Wir kamen mit dem Bus aus Krakau nach Bukowina Tatrzańska und wollten von dort mit einem weiteren Bus nach Ždiar weiterfahren. Bei der Suche nach Verbindungen im Internet fanden wir nur den Fahrplan der privaten Linie Strama, dachten aber, es könne nicht sein, dass es in einer so touristischen Region wie den Tatra nur 5 Verbindungen täglich gibt. Wir nahmen an, dass es noch weitere private Linien gibt, deren Fahrpläne nicht online sind. Es stellte sich heraus, dass es keine anderen gab. Da wir nicht zwei Stunden warten wollten, versuchten wir per Anhalter zu fahren, aber es gab kaum jemanden, der helfen wollte. Nach etwa 20 Minuten kam ein privater Kleinbus in Richtung Palenica Białczańska. Ich dachte, wir könnten bis Łysa Polana mitfahren und von dort weiter schauen, aber da wir die einzigen Fahrgäste waren, erklärte sich der Fahrer bereit, die Richtung zu ändern und fuhr uns direkt nach Ždiar.
Wir verbrachten dort eine Nacht (ich kann den Penzion Ždiaran empfehlen) und brachen gleich am nächsten Morgen zum Weißseespitze auf.
Im Morgenlicht konnte ich einige schöne Fotos machen :)
Der Weg durch die Belaer Tatry ist sehr einfach. Auf meiner Karte war eine Stelle als gefährlich markiert, aber wir haben diesen Punkt gar nicht bemerkt. Ich denke, es handelte sich um die mit einer Kette gesicherte Stelle, aber dort gibt es keine Exposition, nur einen großen steilen Stein im Wald. Wahrscheinlich ist er bei Regen rutschig, daher die Kette zur Erleichterung. Es gibt dort jedoch nichts, wovor man Angst haben müsste, auch nicht bei Höhenangst. Wir waren sogar etwas enttäuscht, weil wir ja eigentlich schwere Touren machen wollten ;)
Was mich in den Belaer Tatry besonders beeindruckte, waren die Gemsen. Man sieht sie überall in den Tatra, aber dort scheint die größte Population zu sein.
Der schwierigere Teil der Tour begann bei der Hütte Chata pri Zelenom plese (Schronisko nad Zielonym Stawem), die bereits im Gebiet der Hohen Tatra liegt. Wir hatten dort ein Nachtlager reserviert (es gab genau die letzten zwei Plätze im 6-Bett-Zimmer), ließen unnötiges Gepäck zurück und machten uns mit leichtem Rucksack auf den Weg zum Weißseespitze. Der Aufstieg dauerte ca. 2,5 Stunden. Im Vergleich zu anderen Wegen in den Tatra würde ich sagen, dass er mittelschwer ist. Es gibt einige anspruchsvolle Passagen, aber es gibt deutlich schwierigere Wege.
Es gibt nur einen Weg auf den Gipfel, daher muss man denselben Weg zurückgehen. Für die großartige Aussicht lohnt es sich aber auf jeden Fall, ganz nach oben zu gehen. Vom Gipfel aus sieht man alle höchsten Gipfel der Belaer Tatry: Havran, Ždiarska Vidla, Nový und Muráň.
Sehr gut in Erinnerung bleibt mir auch die Übernachtung in der Hütte am Grünen See. Letztendlich waren wir allein im 6-Bett-Zimmer, weil die anderen vier Personen nicht ankamen. Am nächsten Morgen überraschte mich das Frühstück: Ein Buffet mit Brot, Käse, Schinken, Milch, Joghurt, Cornflakes und anderen Produkten, sogar Kuchen. Das beste Frühstück, das ich je in einer Berghütte hatte – und das zusammen mit der Übernachtung für ca. 14 Euro.







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