Ich bin schon mehrmals auf Klettersteigen über Hängebrücken gegangen, aber am meisten Spaß hatte ich definitiv auf dem Jägihorn! Die Brücke ist wirklich lang, hoch über dem Boden aufgehängt, die Aussicht ringsherum ist wunderschön und das Schwanken beim Überqueren sorgt für extra Adrenalin :)

Die Tour haben wir mit der Seilbahn von Saas-Grund nach Kreuzboden begonnen. Eine einfache Fahrt kostet 26 Franken, hin und zurück 32 Franken – aber wir als Gäste des Camping Schönblick hatten alles kostenlos, inklusive des Bustransfers vom Campingplatz zur Talstation.

Nach dem Ausstieg aus der Bahn erwartet dich etwa eine Stunde Fußmarsch bis zum Einstieg des Klettersteigs.

kreuzboden, schweiz

Unterwegs triffst du garantiert Murmeltiere. Ich hatte vorher noch nie eines dieser Tiere in freier Wildbahn gesehen – dort gibt es richtig viele!

murmeltier

Der Klettersteig beginnt auf etwa 2800 m und führt auf den Gipfel des Jägihorn (Jegihorn) auf 3206 m. Ich habe verschiedene Schwierigkeitsangaben gesehen, ich würde ihn aber mit C/D bewerten.

Er hat mir riesig Spaß gemacht, weil ich die meiste Zeit ohne die Stahlseile zu benutzen klettern konnte – und trotzdem war es für mich anspruchsvoll. klettersteig jegihorn, schweiz

Unterwegs gab es, wenn ich mich richtig erinnere, zwei Leitern, ansonsten hauptsächlich nur das Seil. Nur an den schwierigsten Stellen gibt es zusätzliche Tritte.



klettersteig jegihorn, leiter

Nach etwa 1,5 Stunden kamen wir oben an, von wo aus man einen schönen Blick auf den Gipfel des Jegihorn und die wartende Brücke hat.

gipfel jegihorn und brücke

Der Weg führt nun abwärts und erreicht die besagte Brücke. Angeblich kann man sie umgehen, indem man noch weiter absteigt und dann wieder hochgeht, aber ich habe keinen klaren Hinweis auf diese Variante gesehen.

Die Brücke macht wirklich Eindruck! Ich habe nirgends die genaue Länge gefunden, aber nach meinem Gefühl sind es 150–200 m.

hängebrücke klettersteig jegihorn

Zum Einhängen des Sicherungsseils dient wohl das obere Seil, leider hängt es so hoch, dass ich mit meinen 154 cm nicht rangekommen bin. Deshalb habe ich mich an eines der seitlichen Seile eingehängt – das hat aber den Nachteil, dass man ständig umhängen muss. Die Seile, auf denen die Holzbalken liegen, sind mit den oberen Seilen durch Ketten verbunden, die meist auf beiden Seiten sind, aber an einigen Stellen nur auf einer Seite – dadurch schaukelt die Brücke ordentlich ;)

Schaut euch das Video an. Ich habe keine Kamera, die ich am Helm befestigen könnte, und Aufnahmen aus der Ich-Perspektive mag ich sowieso nicht, deshalb habe ich die Kamera einfach in der Hand gehalten. Viel habe ich nicht gefilmt, weil ich Angst hatte, sie fallen zu lassen :)

Im Internet habe ich gelesen, dass es vor ein paar Jahren direkt nach der Brücke noch ein Netz aus Seilen gab, an dem man hochklettern musste – das wurde aber irgendwann entfernt. Wir hatten dieses Jahr diese „Zusatzattraktion“ nicht mehr. Vielleicht auch besser so, denn was mir am meisten Spaß macht, ist Klettern an Fels – Seilnetze gehören eher in Hochseilgärten.

Nach der Brücke brauchten wir noch etwa 45 Minuten bis zum Gipfel. Stellenweise ist es ziemlich steil und anspruchsvoll, die Aussicht dafür top!

klettersteig jegihorn

Das letzte Stück ist einfach, sodass man auf dem Gipfel entspannt ankommen und die Aussicht genießen kann.

klettersteig jegihorn

Keine Ahnung wie das passiert ist, aber ich habe kein einziges Foto vom Gipfel. Wahrscheinlich war ich zu hungrig. Ich habe erst mal gegessen und dann sind wir schon wieder abgestiegen ;)

Der Abstieg ist nicht besonders angenehm. Er führt größtenteils über Geröllfelder und man sollte etwa eine Stunde dafür einplanen.

jegihorn, schweiz

Die gesamte Tour – von Bahn zu Bahn – hat bei uns etwa 6 Stunden gedauert. Außerdem haben wir die letzte Talfahrt um 16:30 Uhr verpasst, sodass wir noch zu Fuß nach Saas-Grund absteigen mussten.

Schaut euch noch mehr Fotos von diesem tollen Klettersteig an:

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